Wir schliessen unser Jahresprogramm mit der Serie „Blanko“ ab. Wie jedes Jahr, immer im Mai oder Juni. Dabei soll die Sprache heutiger Musik in freier Form erörtert werden. Das Ensemble Phoenix Basel lädt hierfür jeweils zwei Experimentalmusiker:innen aus den Bereichen Noise, Free Improvisation, Sound Art etc. zu einer Zusammenarbeit ein. Ein akademischer Hintergrund ist dabei zweitrangig.

Svetlana Maraš eröffnet den Abend. Die serbische Komponistin und Klangkünstlerin arbeitet an der Schnittstelle zu experimenteller Musik und Sound Art. Seit 2021 ist sie Co-Leiterin des Elektronischen Studios Basel und Professorin für kreative Musiktechnologie an der Hochschule für Musik FHNW.

Fred Frith übernimmt in der zweiten Konzerthälfte. Der englische Multiinstrumentalist ist vor allem für sein Gitarrenspiel bekannt und bedient sich dabei gerne allerlei Alltagsgegenständen, um seine Instrumente zum Klingen zu bringen. Von 2011 bis 2020 unterrichtete er an der Hochschule für Musik Basel das Fach Improvisation.

Unsere „Blanko“-Projekte sind als bereits legendär zu bezeichnen. Zum einen bespielen wir dieses selbst erfundene Format seit weit über zehn Jahren, zum anderen verbindet uns durch die ungewöhnlich intensive Art der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit jeweils zwei Künstlern pro Saison ein besonders intensives Band. Bewusst nicht dem üblichen Curriculum einer Komponisten-Ausbildung entstammend, bringen wir Quereinsteiger, im weitesten Sinn „sonic artists“, bildende Künstler mit deutlicher musikalischer Affinität etc. mit unseren Experten für elektronische oder verstärkte Musik zusammen.

In diesem Jahr planen wir unsere Klangexperimente mit dem Schweizer Schlagzeuger und Klang-Innovator Lucas Niggli, der sich im Laufe seiner Karriere die Experimentierfreude und den Pioniergeist in der Suche nach neuen musikalischen Welten geradezu auf den Leib geschrieben hat.

Mit dem Schwedischen Saxophonisten und Multiinstrumentalisten Mats Gustafsson konnten wir ein Schwergewicht musikalischer Expressivität gewinnen. Gustafsson bewegt sich virtuos zwischen den Sparten von Free Jazz über experimentellen Rock, „Noise“ oder „Electronica“ bis hin zu Tanztheater.

Unsere „Blanko“-Projekte sind als bereits legendär zu bezeichnen. Zum einen bespielen wir dieses selbst erfundene Format seit weit über zehn Jahren, zum anderen verbindet uns durch die ungewöhnlich intensive Art der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit jeweils zwei Künstlern pro Saison ein besonders intensives Band. Bewusst nicht dem üblichen Curriculum einer Komponisten-Ausbildung entstammend, bringen wir Quereinsteiger, im weitesten Sinn „sonic artists“, bildende Künstler mit deutlicher musikalischer Affinität etc. mit unseren Experten für elektronische oder verstärkte Musik zusammen.


Marco Papiro – „Vamos a la playa“ (UA 2021)

Marco Papiro ist ein schweizerisch-italienischer Grafiker, Multi-Instrumentalist und Produzent elektronischer Musik. Seit den neunziger Jahren als Solokünstler tätig, war er zwischenzeitlich auch Wegbegleiter von Daniel Buess in der Band „Mir“, deren posthume letzte LP gerade eben erschienen ist. Papiros Musik ist von einer persönlichen Sprache durchdrungen, malerisch, mystisch und zuweilen humorvoll. „Vamos a la playa“ ist seine erste Komposition für Ensemble.

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Dragos Tara – „Escape Room #2“ (UA 2021)

Das musikalische Schaffen des Westschweizer Komponisten und Kontrabassisten Dragos Tara bewegt sich fliessend zwischen Komposition und Improvisation. Seine Arbeit ist stark geprägt durch die Auseinandersetzung mit der „Spieltheorie“, der Infragestellung hergebrachter sozialer Rituale, sowie der Möglichkeiten von instrumentaler und körperlicher Erweiterungen. Die Serie „Escape Room“, für Ensemble und Video, spielt mit multiplen Formen der Narration, wie sie beispielsweise in der „Gaming Culture“ anzutreffen sind. Sie nimmt Ensemble und Publikum auf eine imaginäre Reise in eine gemeinsame virtuelle Welt mit.

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In unserem Blanko-Gefäss geben wir in diesem Jahr zwei Künstlern das „Wort“, die bezüglich ihres musikalischen Werdegangs verschiedene Wege eingeschlagen haben, uns aber aufgrund ihres gemeinsamen Interesses an Interdisziplinarität als Partner für dieses erneute Abenteuer in der Mischzone verschiedener Genres äusserst geeignet scheinen.

In unserem bewusst offen gehaltenen Blanko-Programm erhoffen wir uns ein weiteres Mal, die Grenzen der Sparten spürbar und erlebbar zu machen, diese zu überschreiten und verschiedene Genres zeitgenössischen Kunstschaffens näher zu verflechten.

Mit Maja Solveig Kjelstrup Ratkje haben wir eine ungemein vielseitige Künstlerin eingeladen: Die Komponistin und Stimmkünstlerin mit unverwechselbar einzigartiger Stimme bewegt sich in verschiedensten Feldern zwischen Komposition und Improvisation, vom Musiktheater bis hin zu installativen Arbeiten. In Zusammenarbeit mit uns wird sie sowohl als Komponistin als auch als Performerin in Erscheinung treten.

Der Basler Komponist Lukas Huber ist seit Jahren vertraut mit Neuen Medien und bewandert in diversen zeitgemässen Stilrichtungen. Mit diesem Auftrag wagt er sich auf ein Gebiet abseits des herkömmlichen “akademischen” Komponierens. Damit dies gelingt, hat sich Huber entschlossen, dem Ensemble nicht als Einzelner zu begegnen – denn durch das Hinzuziehen eines Komponisten wäre bereits ein für die Neue Musik typisches Setting bedient –, sondern mit seiner Band UFO zu arbeiten: Durch die Konfrontation einer “Freie Impro”-Band und einem Ensemble für zeitgenössiche Musik sollen Automatismen schneller sichtbar gemacht und aufgebrochen werden können.