Gastspiel

«Ein Fest für Wolfgang Rihm»

Heidelberger Frühling 2026

Musikfestival «Ein Fest für Wolfgang Rihm»

Vigilia – In Memoriam Wolfgang Rihm (13.3.1952–27.7.2024)

Konzert in Zusammenarbeit der «SCHOLA HEIDELBERG» (Leitung: Ekkehard Windrich) und des «Ensemble Phoenix Basel» (Leitung: Jürg Henneberger)

 

Wolfgang Rihms Tod im Sommer 2024 hat in der Musikwelt nicht nur Bestürzung und tiefe Trauer ausgelöst, er hat auch eine immense Lücke gerissen. Die kaum begreifbare Produktivität des Komponisten, sein zugleich sinnlicher und intellektuell scharfer Zugang zu allem Ästhetischen und nicht zuletzt die schiere geistig-physische Präsenz des Menschen Rihm: All dies fehlt nun. Weit und breit sind keine Instanzen erkennbar, die die Sehnsucht nach solchen Kräften befriedigen könnten.

So präsent Rihm über Jahrzehnte im Kulturleben nicht nur der Bundesrepublik war, so still ist es nun plötzlich um ihn geworden. Der Heidelberger Frühling, dem Wolfgang Rihm über die Jahrzehnte eng verbunden war – erst im Januar 2022 wurden hier sämtliche Streichquartette aufgeführt – ehrt den Meister nun mit einem Festtag: «Ein Fest für Wolfgang Rihm» beinhaltet hochkarätige Aufführungen seiner Werke und pointierte Wortbeiträge. Das Publikum und die vielen Weggefährt:innen des Komponisten sind zur Begegnung und gemeinsamen Erinnerung eingeladen.

Die dritte Veranstaltung des Festes für Wolfgang Rihm beginnt mit einer kurzen Werkeinführung, bevor eines der eindrucksvollsten Werke des reifen Rihm erklingt: «Vigilia» für sechs Stimmen und Ensemble aus dem Jahr 2006. Als Textgrundlage dienten Wolfgang Rihm sieben Passionstexte, die von einem sechsstimmigen Gesangsensemble a cappella gesungen werden. Diese Motetten werden jeweils unterbrochen durch instrumentale Interludien (Sonata I–VII). Im umfangreichsten letzten Teil (Miserere) musizieren dann das Instrumental- und das Vokal-Ensemble gemeinsam.

Das Oeuvre des deutschen Komponisten und Musikwissenschaftlers Wolfgang Rihm ist immens. Neben drei Sinfonien, neun Opern und einer grossen Anzahl an Solo- und Kammermusikwerken nimmt «Vigilia» als eine der eindrücklichsten Kompositionen in seinem Schaffen einen ganz besonderen Platz ein. Diese Musik schafft es, sowohl für Kenner:innen als auch für wenig gewohnte Hörer:innen Neuer Musik direkt zugänglich zu sein. Vigilien sind in der katholischen Liturgie Nachtwachen, die in Schriftlesungen oder Gebeten verbracht werden und in der Konzentration der Dunkelheit auf besondere kirchliche Feste, zumal das Osterfest, vorbereiten sollen. Rihm bezieht sich auf diesen Brauch und die alte musikgeschichtliche Tradition des Responsorienzyklus’, wie sie etwa durch Carlo Gesualdo (1560–1613) geprägt wurde.


Programm

Wolfgang Rihm (1952–2024) «Vigilia» für sechs Stimmen und Ensemble (2001–2006) – 65’
Ekkehard Windrich
Musikalische Leitung, Chordirektor
Jürg Henneberger
Musikalische Assistenz
Sarah M. Newman
Sopran
Julie C. Eggli
Alt
Johannes Mayer
Tenor
Jörg Deutschewitz
Tenor
Ansgar Theis
Bariton
Florian Drexel
Bass
Toshiko Sakakibara
Klarinette
Aurélien Tschopp
Horn
Mikael Rudolfsson
Posaune
Michael Büttler
Posaune
Janne Jakobsson
Tuba
Daniel Stalder
Schlagzeug
Martin Rabensteiner
Orgel
Fabio Marano
Viola
Benedikt Böhlen
Violoncello
Aleksander Gabryś
Kontrabass
Phœnix

«Lettura – Fermata»

Die Schweizer Komponistin Caroline Charrière war ausgebildete Flötistin (sie studierte u. a. bei Aurèle Nicolet) und Chordirigentin. Seit der Uraufführung 1993 ihres Werks «Vox Aeterna» für Sprecher, Damenchor und Orchester nahm das Komponieren immer mehr Platz in ihrem Leben ein, und Im Jahr 2000 schliesslich entschied sich die Musikerin, der Komposition in ihrer Tätigkeit den wichtigsten Platz einzuräumen. Das Sextett «Papillons de Lumière» ist eines ihrer letzten Werke, bevor sie 2018 nach langer Krankheit starb.

Der kanadische Komponist Thierry Tidrow nennt seine «Vier Elementarphantasien» Galgenhumorszenen über Kataklysmusgedichte von Christian Morgenstern. Das virtuose Duo «Die Flamme» ist der Sopranistin Sarah Maria Sun auf den Leib geschrieben. Die musiktheatralen Elemente kommen ihr und ihrer Duopartnerin, der Klarinettistin Toshiko Sakakibara, entgegen. Wir werden mit diesem Duo eine «Oper in Miniaturformat» erleben, das den hintergründigen Texten des Münchner Dichters Christian Morgenstern absolut gerecht wird!

Der Kanadische Komponist Claude Vivier schreibt über «Lettura di Dante»:
«Lettura di Dante» nach Texten aus Dantes «La divina commedia» wurde 1973/74 in Köln komponiert und basiert auf einer Melodie mit sechs Zellen aus einer, zwei oder drei Noten, die ständig wiederholt und im Sopran leicht modifiziert werden. Diese Melodie sowie alle ihre Transpositionen und Spiegelungen wurden dann zu einem langen zwölfstimmigen Kontrapunkt zusammengefasst, dessen Teile rhythmisch in Augmentation und Diminution artikuliert sind. Aus diesem Kontrapunkt entsteht eine «Klangfarbenmelodie», die, von sechs Instrumenten gestaltet, zum Gegengesang der ursprünglichen Melodie wird.
«Lettura di Dante» ist in sechs Hauptabschnitte unterteilt und enthält auch einen siebten Abschnitt, in dem die ursprüngliche Melodie als vierstimmiger Kontrapunkt behandelt wird. Jeder dieser Abschnitte enthält ein Solo und eine Gruppe von einem bis sechs Instrumenten. Außerdem wird im Verlauf des jeweiligen Abschnitts eine Zelle der «Melodie»  im Tempo Ganze=15, dem Grundtempo des gesamten Stücks, gespielt.
Diese Musik ist Peter Eötvös gewidmet, einem Musiker aus der Stockhausen-Gruppe, den ich während meines Aufenthalts in Köln kennengelernt habe, und tendiert zu einer neuen Sensibilität, die ich seit meiner Geburt immer bei den Randständigen, den «Pennern» oder Clochards (in Montreal «robineaux») wahrgenommen habe. Auch diese Schönheit und Reinheit, die alte Menschen und Kinder in mir auslösen, oder auch diese Nähe zum Tod, die mir mein Vater und meine Mutter immer auferlegt haben. Die Vision einer unerreichbaren Welt in einem Leben, in dem Geld und Macht alles bestimmen. Ein Leben voller Einsamkeit.
Es sind vor allem diese einsamen Menschen, die wir alle sind, an die ich denke, wenn ich schreibe. Ich denke dann nicht mehr an die «Zukunft» oder die «Vergangenheit», sondern an eine Art verschwundene Gegenwart, eine Art ungreifbare Freude, vermischt mit der Traurigkeit eines Kindes, das seine Mutter verloren hat. (Claude Vivier – 1974)

Der ungarische Komponist Péter Eötvös schreibt über Fermata:
«Fermata » (2020/21) ist ein Concerto für 15 Musiker:innen, die in anderthalb Metern Abstand voneinander sitzen/stehen. Sie tragen eine Art Zeitbericht vor: von unseren Covid-Tagen und Pandemie-Jahren, in denen das gewohnte Leben plötzlich stehen bleibt, dann etwas chaotisch weitergeht und wieder mit tragischen Geschehnissen stoppt.
Die seit Jahrhunderten zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen scheinen aktuell die Zündschnur angezündet zu haben. Die Frage ist: Wie lang ist die Schnur und wie schnell oder langsam wird sie die Bombe zur Explosion bringen?
Solche Gedanken wirren im Kopf des Komponisten herum, während er die Töne schreibt und eher das Gefühl hat, die Töne schreiben ihn. (Peter Eötvös – 2021)


Programm

Caroline Charrière (1960–2018) «Papillons de Lumière» für 6 Instrumente (2017) – 10’ Thierry Tidrow (*1986) «Die Flamme» für Sopran und Klarinette (2017) aus «Vier Elementarphantasien» (2017–2020) – 4’ Claude Vivier (1948–1983) «Lettura di Dante» für Sopran und 7 Instrumente (1974) – 26’ Péter Eötvös (1944–2024) «Fermata» für Ensemble (2021) – 18’
Sarah Maria Sun
Sopran
Jürg Henneberger
Musikalische Leitung
Christoph Bösch
Flöte, Piccolo
Antje Thierbach
Oboe, Englischhorn
Toshiko Sakakibara
Klarinette
Christian Spitzenstätter
Bassklarinette
Povilas Bingelis
Fagott, Kontrafagott
Aurélien Tschopp
Horn
Nenad Marković
Trompete
Michael Büttler
Posaune
João Pacheco
Schlagzeug
Kirill Zvegintsov
Klavier
Friedemann Treiber
Violine
Daniel Hauptmann
Violine
Masha Kropotkina
Viola
Benedikt Böhlen
Violoncello
Aleksander Gabryś
Kontrabass
Phœnix

«Phoenix & Hornroh»

Koproduktion HORNROH MODERN ALPHORN QUARTET & ENSEMBLE PHOENIX BASEL

Der aus Bayern stammende deutsche Komponist Georg Haider schreibt über sein Stück «Morpheus’ Atem»:
Mein Stück hat den Titel «Morpheus’ Atem», 3 Metamorphosen für 4 Alphörner. Hier in groben Zügen das Konzept meiner Komposition:
Wie der Untertitel schon sagt, werden es 3 Sätze, die einander ähneln. Bei der ersten Metamorphose spielen alle 4 Spieler auf Alphörner in F, so dass auch sehr enge Akkorde (quasi Cluster) harmonisch klingen, da sich durch die gleiche Stimmung keine Schwebungen ergeben. Bei der zweiten Metamorphose wechseln 2 der 4 Spieler zu Alphörnern in Ges, so dass wir sowohl Alphörner in F als auch in Ges haben. Dadurch ergeben sich Klänge mit Schwebungen, somit wirkt es wesentlich dissonanter. Beim letzten Satz wechseln auch die beiden anderen Spieler zu Alphörnern in Ges, und man kehrt zu den harmonischen Klängen zurück.
Die Idee dahinter ist: Der erste Teil ist der Zustand der Natur vor der Menschheit. Im zweiten Teil taucht der Mensch auf, der sich die Natur wie ein tyrannischer Herrscher «untertan macht» (ein kurzer Alptraum in der langen Geschichte der Natur). Der dritte Teil beschreibt die Natur nach der Menschheit. Sie kehrt zu einem verwandelten, aber wieder sich selbst überlassenen Zustand zurück. (Georg Haider – 2009)

Enno Poppe ist mittlerweile zu einem der meistgespielten deutschen Komponisten avanciert und macht auch als Dirigent neuer und neuester Stücke weltweit auf sich aufmerksam. So verrückt und exzentrisch, so chaotisch und zugleich geordnet die fertigen Gebilde von Poppes Musik auch klingen mögen, sie zeigen doch immer, woraus sie gemacht sind: Aus wenigen und beim ersten Hören fast unscheinbaren Fäden oder Elementen (quasi «Motiven»). Die Aufmerksamkeit beim Hören richtet sich hierbei auf die erlebbaren Verwandlungsprozesse. Die Titel und Klänge seiner Werke sind meistens einfach, direkt und gleichzeitig hintersinnig. So auch bei der Komposition «Stoff» für neun Musiker. Gemeint ist vielleicht die textile Struktur der Fäden, die einen Stoff ausmachen, aber auch der «Lesestoff», denn auftauchende und wieder verschwindende (musikalisch-motivische) Fäden sind auch ein Merkmal des literarischen «Nouveau Roman».

Joey Tan schreibt über ihr neues Werk, das sie für uns schreiben wird:
«Ich verstehe nicht.» «Was verstehst du nicht?» «Das kann doch nicht sein, dass die Töne – wenn sie einmal in die Welt gesetzt worden sind – eines Tages verschwinden. Wo sind sie aber, wenn sie nicht mehr bei uns sind?»
Yoko Tawada – «Opium für Ovid»

Bei der Besetzung Ensemble Phoenix Basel (Fl, Ob, Kl, Hn, Tpt, Vl, Va, Vc, Kb) + Hornroh Modern Alphorn Quartet (4 Alphörner) sehe ich 13 einzelne Musikerpersönlichkeiten.
Beim Ensemble Phoenix Basel werden Impulse und Vorlieben der einzelnen Musikerinnen und Musiker immer einbezogen, umgesetzt und vor allem geschätzt. Die Musiker:innen von Hornroh haben auch diverse musikalische Hintergründe. Sie kommen aus der klassischen Musik, dem Jazz und der Blasorchesterszene und haben alle unterschiedliche musikalische Ansätze.
Trotz der Unterschiede ihrer Musikerpersönlichkeiten schaffen beide Ensembles Leistungen höchsten Niveaus, denn was die Musiker:innen zusammenführt, ist der gegenseitige Respekt voreinander und vor unterschiedlichen Perspektiven. In der Musik sowie in der Gesellschaft ist die Vielfalt von Denkweisen und Vorlieben eine Stärke – es bereichert die Gruppe, das Ensemblespiel und die Arbeit.
Daher habe ich mich entschieden, eine musikalische Situation gegenseitiger Wertschätzung zu schaffen. Wie ein Koch das Beste von jeder Zutat extrahiert, möchte ich auch in meinem neuen Stück auf die inhärenten Eigenschaften der Musiker:innen, ihrer Spielweisen und ihrer Instrumente sowie ihre Vorlieben und Hintergründe hinweisen.
Der größte Unterschied zwischen beiden Ensembles ist vielleicht die Modernisierung. Das Alphorn (obwohl es auf modernen Alphörnern gespielt wird) ist ein primitives Instrument und kann nur Tonhöhen seiner Obertonreihe spielen, wobei die modernen Instrumente des Ensemble Phoenix Basel über die Jahre hinweg modernisiert wurden. Sie sind lauter, stärker und können auch chromatisch spielen, ihre Klangfarben sind poliert und verfeinert. Aber für alles, was wir gewinnen, verlieren wir auch etwas. Was haben wir beim Polieren der Instrumente verloren? Der deutliche Unterschied zwischen beiden Ensembles stellt das infrage.
Ich werde mittels Melodie, einzelner langer Töne und Loops diese Fragen erforschen.
Als Komponistin aus Singapur habe ich die klassische Musik (als auch die englische Sprache, das klassische Ballett, den Katholizismus…) wie eine Muttersprache gelernt, dennoch haben die Wurzeln immer gefehlt. Das erste Mal, dass ich eine Orgel live gehört habe, war ich 23 Jahre alt und absolvierte das Erasmus-Programm in den Niederlanden. Und das erste Mal, dass ich eine Kuhglocke mit einer Kuh gehört habe, war 2020 in Todtnau. (Wir haben ja keine frei laufenden Kühe in Singapur…)
Ich suche nach den Ursprüngen der Töne, wie sie anfangs verwendet wurden, wie sie über Zeit und Raum hinweg kommuniziert haben, und am wichtigsten – wie ich sie höre und verstehe, und wie ich mittels dieser Töne kommunizieren möchte.  (Joey Tan – 2025)

Dieses Programm versammelt drei sehr unterschiedliche Werke, die alle um Verwandlung kreisen: klanglich, formal oder inhaltlich. Ob durch Naturtonexperimente, mikrostrukturelle Prozesse oder einen interkulturellen Zugang zum Hören – jedes Stück erzählt davon, wie Musik Wandel nicht nur darstellt, sondern selbst zum Raum für Veränderung wird.


Programm

Martin Jaggi (*1978) Neues Werk für Hornroh Modern Alphorn Quartet und Ensemble (2026, UA, Auftrag EPhB/Hornroh) Georg Haider (*1965) «Morpheus’ Atem» 3 Metamorphosen für 4 Alphörner (2009, UA, Auftrag Hornroh) – ca. 15’ Enno Poppe (*1969) «Stoff» für 9 Spieler (2015) – 19’ Joey Tan (*1997) Neues Werk für Hornroh Modern Alphorn Quartet und Ensemble (2026, UA, Auftrag EPhB/Hornroh) – 15’
Balthasar Streiff
Alphorn
Michael Büttler
Alphorn
Jennifer Tauder-Ammann
Alphorn
Lukas Briggen
Alphorn
Jürg Henneberger
Musikalische Leitung
Christoph Bösch
Flöte, Bassflöte
Nathalie Gullung
Oboe, Englischhorn
Andrea Nagy
Klarinette, Bassklarinette
Aurélien Tschopp
Horn
Nenad Marković
Trompete
Michael Büttler
Posaune
Friedemann Treiber
Violine
Petra Ackermann
Viola
Martin Jaggi
Violoncello
Aleksander Gabryś
Kontrabass
Phœnix

«Sternenlicht»

Ein Programm über Raum, Klang und künstlerische Haltung – mit vier sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Komponieren heute.

In «A space to exist», einem Kompositionsauftrag des Ensemble Phoenix Basel, stellt Eleni Ralli das Akkordeon ins Zentrum – nicht nur musikalisch, sondern auch räumlich. Das Instrument bewegt sich zwischen drei räumlich verteilten Gruppen und sucht dabei seinen eigenen Ort. Es geht um das Hören im Raum, um Nähe und Distanz, Präsenz und Abwesenheit – und darum, was es braucht, um existieren zu können.

Younghi Pagh-Paans Werk «Im Sternenlicht» nimmt seinen Ausgangspunkt in einem alten japanischen Gedicht über den Rückzug aus der Welt. In einer poetischen Klangsprache entwirft die Komponistin eine Antwort auf die Frage, wohin man flieht, wenn der «Jammer des Lebens» einen selbst in der Einsamkeit einholt. Ihre Musik ist zugleich zart, entschlossen und spirituell – eine Klangmeditation zwischen Himmel und Erde.

Klaus Lang versteht Musik nicht als Sprache oder Ausdruck persönlicher Emotion, sondern als freies, akustisches Objekt. Seine Kompositionen verweigern sich jeder instrumentellen Funktion. Klang wird nicht benutzt, sondern erforscht – als reine, hörbare Zeit. Musik entsteht als radikale Form der Präsenz: still, konzentriert, ohne Botschaft – und gerade dadurch berührend.

Mit dem «Klarinettenquintett Nr. 1» betritt Isang Yun eine neue Phase seines Schaffens: lyrischer, klarer, strukturierter. Die Klarinette übernimmt die führende Rolle – als Stimme des Wandels, inspiriert vom chinesischen Yang-Prinzip. Yun lässt sie durch den musikalischen Raum wandern auf der Suche nach einer «unendlichen Melodie» – als Symbol für Atem, Befreiung und geistige Weite.


Programm

Eleni Ralli (*1984) «A space to exist» für Akkordeon und Ensemble (2026, UA, Auftrag EPhB) – 15’ Younghi Pagh-Paan (*1945) «Im Sternenlicht» für Sextett (2019) – 10’ Klaus Lang (*1971) «weiße farben» für 8 Instrumente (2016) – 20’ Isang Yun (1917–1995) «Klarinettenquintett Nr. 1» für Klarinette und Streichquartett (1984) – 11’
Jürg Henneberger
Musikalische Leitung
Christoph Bösch
Flöte
Antje Thierbach
Oboe
Toshiko Sakakibara
Klarinette
Aurélien Tschopp
Horn
Michael Büttler
Posaune
Daniel Stalder
Schlagzeug
Nejc Grm
Akkordeon
Friedemann Treiber
Violine
Daniel Hauptmann
Violine
Petra Ackermann
Viola
Martin Jaggi
Violoncello