Sound Plasma ist ein Festival, das sich für eine andere Sichtweise der Intonation einsetzt.

Die 6. Ausgabe des Festivals experimentiert mit neuen Intonationsideen, die von der elektroakustischen Musik geprägt sind. Zum ersten Mal findet in Tallinn und Berlin ein besonderer Fokus auf Musik aus der Schweiz statt.

Zu den Höhepunkten des Festivals gehört die estnische Debut des Ensemble Phoenix Basel.

Das Festival streckt seine Fühler nach der Schweizer Musikszene nicht nur wegen der tadellosen Qualität sowohl ihrer Musik als auch ihrer Aufführungen aus, sondern auch wegen der fördernden Wirkung der Schweizer Musikkultur auf die Entwicklung besonderer und kompromisslos einzigartiger musikalischer Stimmen.

Nach der Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten etablierterer Ästhetiken, die auf unterschiedlichen Intonationssystemen beruhen, wagt die aktuelle Ausgabe des Festivals eine ganz neue Sichtweise, die auf den elektronischen und manchmal auch kitschigen Klängen der 70er und 80er Jahre basiert.

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der „Binären Uhr“ im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert.


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Konzert im Rahmen des Festivals „30 ans de l’OCG“

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der „Binären Uhr“ im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker:innen des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition „patterns“ im „bâtimement des forces motrices“ in Genf wiederholt.


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Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der „Binären Uhr“ im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker:innen des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition „patterns“ im Sitterwerk St. Gallen anlässlich Möslangs 70. Geburtstags wiederholt.


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Der türkische Ausnahmemusiker Aydin Esen lässt sich kaum in eine Kategorie einordnen. Seine Haupteinflüsse liegen im Jazz und in der klassischen Komposition des 20. Jahrhunderts, deren Grenzen er als virtuoser Pianist und Komponist scheinbar mühelos überschreitet. Aydin Esen wurde in Istanbul geboren, wo er im frühesten Kindesalter Klavier zu spielen begann. In Boston absolvierte er ein Studium am Berklee College of Music, welches üblicherweise vier Jahre dauert, in einem Jahr. Nach einer Session Aydins mit Pat Metheny in Boston fragte dieser nur: „How did you get so good?“ Seit seiner Studienzeit hat er zahlreiche Preise für seine Kompositionen sowie als Pianist (u.a. 1989 den Ersten Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs von Paris) erhalten. Bei „Big Basel“ wird EPhB ein neues Werk von Aydin Esen uraufführen, das im Auftrag des Festivals „Big Basel“ für diese Formation komponiert wurde.
„Aydin Esen betreibt seit Jahrzehnten sein eigenes Laboratorium und treibt seine Musik voran, abseits aller Trends. Als Zuhörer schenkt er uns so etwas wie Funde aus dieser anderen Welt, die er mit seinem hoch entwickelten musikalischen Bewusstsein in der Lage ist zu bereisen.“ (Wolfgang Muthspiel)

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der „Binären Uhr“ im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition „patterns“ im Kunstmuseum im Rahmen der „Nachtschicht#18“ wiederholt.


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Im Rahmen der Ausstellung „Everything we do is music“ veranstaltet das Kunsthaus Pasquart zwei Konzerte mit dem Ensemble Phoenix Basel, die den Einfluss klassischer Indischer Musik auf die mitteleuropäische und amerikanische zeitgenössische Musik beleuchten.

Albert Roussel war neben Maurice Delage einer der ersten abendländischen Komponisten, die eine Studienreise nach Indien unternahmen. 1909 unternahm er mit seiner Ehefrau eine lange Reise nach Indien und Südostasien. Die Eindrücke der indischen Musik spiegeln sich v.a. in der Metrik des dritten Satzes «Krishna» aus dem Zyklus «Jouers de flûte» wider, der spielerisch mit unregelmässigen Takten umgeht.

Olivier Messiaens Hauptinspirationsquellen waren neben den Vogelgesängen die indischen Rhythmen, die in «Cantéyodjayâ», einem seiner ersten Klavierwerke, sowie in der fast gleichzeitig entstandenen «Turangalîla-Sinfonie» eine Hauptrolle spielen.

Die drei Klavierstücke «Elis» des Schweizer Komponisten Heinz Holliger sind inspiriert von Gedichtzeilen des österreichischen Dichters Georg Trakl. Die Todessehnsucht, die aus den Gedichten spricht, illustriert Holliger mit indischen Rhythmen, die z.T. auch Olivier Messiaen in seiner Musik verwendet.

Giacinto Scelsis Werk ist schon seit frühen Jahren von östlichen Philosophien beeinflusst, insbesondere aus Indien. In seinen «Quattro Illustrazioni» beschreibt er vier „Avatare“ des indischen Gottes Vishnu. Das Duo für Flöte und Klarinette aus dem Jahre 1966 mit dem Titel «Ko-Lho» beruht auf Scelsis „Philosophie“ des Einzeltons als Grundlage musikalisch beschworener Transzendenz. Die Beschäftigung mit aussereuropäischer Musik führte Scelsi weg von der „abendländischen“ Polyphonie hin zu einer einstimmigen Musik, angereichert mit Mikrointervallen und Mehrklängen.

Der amerikanische Komponist John Cage liess sich in seinen «Sonatas and Interludes» (1946-48), dem «String Quartet» (1950) und den «Six Melodies» (1950) von der indischen Ästhetik „Rasa“ inspirieren. Der Begriff „Rasa“ bezeichnet den nicht in Worte zu fassenden mentalen Zustand der Freude und Erfüllung, der sich beim Genuss eines gelungenen Kunstwerkes beim Betrachter einstellt.

Die nordindische Sarangi inspirierte den Schweizer Komponisten Martin Jaggi zu «Kôrd III». Traditionell werden die Tonhöhen auf diesem Instrument mit dem Nagelbett eines Fingers der linken Hand produziert; der Finger wird also zwischen Saite und Griffbrett gelegt und von unten gegen die Saite gedrückt. Der Klang der Resonanz-Saiten der Sarangi kommt bei Jaggi aus dem Klavier: Er lässt E-Bows auf die Saiten legen, welche einen ganz aussergewöhnlichen, eher technisch kühlen, oder in Jaggis Worten, einen «magischen Klang» erzeugen.

Die treibenden Rhythmen der schnellen Teile sind Sprachrhythmen, abgeleitet von wissenschaftlichen Lexikoneinträgen über die Sarangi.

Jürg Henneberger

Gerald Bennett, Mitbegründer des Schweizerischen Zentrums für Computermusik (SZCM) und des Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST), feiert dieses Jahr seinen 75. Geburtstag. Das SZCM veranstaltet aus diesem Anlass in Zusammenarbeit mit dem ICST ein Portraitkonzert, an dem eine Auswahl aus seinem instrumentalen und elektroakustischen Werk erklingt.


Konzept und Organisation:
Lucas Bennett, Sabine Egli, Peter Färber, Johannes Schütt und Judith Winterhager

Bereits seit vielen Jahren ist das Ensemble Phoenix Basel in Polen bei verschiedensten Festivals ein regelmässiger Gast. So trat das Ensemble mehrfach im Festival «Warschauer Herbst» (2006 und 2013), am «Laboratorium Festival» (2005) umd in Kattowice (2004) auf. Im Sommer 2016 führte eine weitere Polenreise als Ensemble in Residence nach Sokolowsko zu einem kleinen, aber sehr bedeutsamen Festival mit grosser internationaler Ausstrahlung.

Die Einladung für zwei Konzerte nach Danzig zu den Tagen für Neue Musik  sind ein weiterer Beweis dafür, dass das Ensemble Phoenix Basel in einem Land im Spannungsfeld zwischen grosser Musiktradition und ernsthaftem Hunger nach Neuem in politisch komplexen Zeiten eine wichtige Vermittlerrolle inne hat.

Die beschränkten Mittel des Festivals liessen uns Abstand nehmen von einem grossbesetzten Projekt. Dennoch entspringen die beiden Programme künstlerischer Ideen, die das Ensemble Phoenix Basel besonders machen.

Zum einen kommt ein bestehendes, Werk mit dem Titel „Portfolio – land – material – people“ zur Wiederaufführung. In einem langjähringen Kompositionsprozess haben sich der Flötist Christoph Bösch und der Live-Elektroniker Thomas Peter mit Kompositions-Zellen und sogennanten Vignetten der Schweizer Komponistin Katharina Rosenberger auseinandergesetzt und deren Material mit ihr gemeinsam erweitert. Ausgehend von Bildern dreier Schweizer Fotografen (Robert Frank, Christian Lichtenberg und Sarah Girard) war die Grundidee für dieses Projekt die interdisziplinäre Auseinandersetzung zwischen Bild und Ton, bzw. die Beschäftigung mit dem Verhältnis zwischen dem prädominanten Gesichtssinn und dem (zu) oft in interdisziplinären Projekten unter diesem „leidenden“ Hörsinn.

Zum andern erklingen drei neue Kompositionen von Christoph Bösch, Aleksander Gabrys und Thomas Peter, die eigens für das Festival in Danzig entstanden sind.

Die Doppelfunktion der drei seit vielen Jahren gemeinsam arbeitenden Musiker als Komponisten und Interpreten der eigenen Werke verspricht einen besonderen Reiz.