Heidelberger Frühling 2026

Musikfestival «Ein Fest für Wolfgang Rihm»

Vigilia – In Memoriam Wolfgang Rihm (13.3.1952–27.7.2024)

Konzert in Zusammenarbeit der «SCHOLA HEIDELBERG» (Leitung: Ekkehard Windrich) und des «Ensemble Phoenix Basel» (Leitung: Jürg Henneberger)

 

Wolfgang Rihms Tod im Sommer 2024 hat in der Musikwelt nicht nur Bestürzung und tiefe Trauer ausgelöst, er hat auch eine immense Lücke gerissen. Die kaum begreifbare Produktivität des Komponisten, sein zugleich sinnlicher und intellektuell scharfer Zugang zu allem Ästhetischen und nicht zuletzt die schiere geistig-physische Präsenz des Menschen Rihm: All dies fehlt nun. Weit und breit sind keine Instanzen erkennbar, die die Sehnsucht nach solchen Kräften befriedigen könnten.

So präsent Rihm über Jahrzehnte im Kulturleben nicht nur der Bundesrepublik war, so still ist es nun plötzlich um ihn geworden. Der Heidelberger Frühling, dem Wolfgang Rihm über die Jahrzehnte eng verbunden war – erst im Januar 2022 wurden hier sämtliche Streichquartette aufgeführt – ehrt den Meister nun mit einem Festtag: «Ein Fest für Wolfgang Rihm» beinhaltet hochkarätige Aufführungen seiner Werke und pointierte Wortbeiträge. Das Publikum und die vielen Weggefährt:innen des Komponisten sind zur Begegnung und gemeinsamen Erinnerung eingeladen.

Die dritte Veranstaltung des Festes für Wolfgang Rihm beginnt mit einer kurzen Werkeinführung, bevor eines der eindrucksvollsten Werke des reifen Rihm erklingt: «Vigilia» für sechs Stimmen und Ensemble aus dem Jahr 2006. Als Textgrundlage dienten Wolfgang Rihm sieben Passionstexte, die von einem sechsstimmigen Gesangsensemble a cappella gesungen werden. Diese Motetten werden jeweils unterbrochen durch instrumentale Interludien (Sonata I–VII). Im umfangreichsten letzten Teil (Miserere) vereinigen sich schliesslich Gesungenes und Gespieltes.

Das Oeuvre des deutschen Komponisten und Musikwissenschaftlers Wolfgang Rihm ist immens. Neben drei Sinfonien, neun Opern und einer grossen Anzahl an Solo- und Kammermusikwerken nimmt «Vigilia» als eine der eindrücklichsten Kompositionen in seinem Schaffen einen ganz besonderen Platz ein. Diese Musik schafft es, sowohl für Kenner:innen als auch für wenig gewohnte Hörer:innen Neuer Musik direkt zugänglich zu sein. Vigilien sind in der katholischen Liturgie Nachtwachen, die in Schriftlesungen oder Gebeten verbracht werden und in der Konzentration der Dunkelheit auf besondere kirchliche Feste, zumal das Osterfest, vorbereiten sollen. Rihm bezieht sich auf diesen Brauch und die alte musikgeschichtliche Tradition des Responsorienzyklus’, wie sie etwa durch Carlo Gesualdo (1560–1613) geprägt wurde.

FESTIVAL DOLOMITES

Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931) / Jannik Giger (*1985): «Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens» (1922/2017)*

STUMMFILM & LIVE MUSIK

Jannik Giger ist als Komponist und Filmemacher gewohnt Spartengrenzen auszuloten und zu überwinden. Projekte von und mit ihm tragen immer seine unverwechselbare Handschrift. Die Affinität zum Film lassen ihn Murnaus Klassiker «Nosferatu» sensibel und stimmig in Musik setzen, ohne je plakativ oder illustrativ zu werden.

Für seine Neuvertonung des Stummfilmklassikers «Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens» (1922), die 2017 am Musikfestival Bern zur Uraufführung kam, griff Jannik Giger auf Versatzstücke aus Soundtracks zu Filmen von David Lynch oder Alfred Hitchcock sowie auf Fragmente aus der romantischen Klangwelt Franz Schuberts zurück. Diese Reminiszenzen geistern zum einen als zugespielte Samples und zum anderen in kompositorischer Neuschöpfung für vierzehn Instrumentalist:innen durch die Partitur und verbinden so die Historizität des Films mit der Gegenwart seiner Aufführung. In der Transformation dieser Spuren klingender Vergangenheit und ihrer Gegenüberstellung mit live agierenden Musiker:innen verwischt Giger die Trennlinien zwischen realer und virtueller Klangerzeugung. Er löst den herkömmlichen filmmusikalischen Orchesterklang auf, indem er ihn wiederum mit einer Soundcollage verfremdeter Orchesterklänge überschreibt. Das ist von berauschender Klangsinnlichkeit und fügt sich geschickt in die poetische Bildwelt Friedrich Wilhelm Murnaus, unterstreicht die Dramaturgie des Films und bleibt dennoch eine eigenständige Sinneinheit. Ferner weist Gigers Komposition ihre Zitatebene immer wieder als solche aus und wird so zur Reflektion über Wesen und Wirkung von Filmmusik. (Moritz Achermann)

Die neue Komposition von Jannik Giger zum ikonischen Stummfilm «Nosferatu» (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau ist ein vielschichtiges Werk, das sich tief in der symbolischen Sprache der expressionistischen Ästhetik verankert. Gigers Komposition greift die visuelle und emotionale Kraft des Films auf und überführt sie in eine neuartige, synästhetische Klangwelt. Nosferatu steht dabei als Sinnbild für Urängste, für die Verunsicherung und die Zerstörung des Lebens – Themen, die Giger musikalisch vielschichtig ausleuchtet. Die Bildsprache des Films wird nicht lediglich vertont, sondern in Gigers Werk zu einem eigenständigen Dialogpartner. Die Musik agiert als abstrakte Ebene, die mit der Dynamik von Zeit und Raum spielt. Durch eine radikale formale Struktur und eine organische Klangentwicklung schafft Giger eine Klanglandschaft, die der filmischen Ästhetik in ihrer Ausdruckskraft entspricht und sie zugleich erweitert. Die Aufführung dieser Komposition erfolgt durch das renommierte Ensemble Phoenix Basel unter der Leitung von Jürg Henneberger. Das Ensemble ist bekannt für seine virtuose und präzise Interpretation zeitgenössischer Musik und bildet die ideale Besetzung, um Gigers anspruchsvolle Klangwelt zum Leben zu erwecken. Ein besonderes Merkmal der Komposition ist die Interaktion zwischen Musiker:innen und «Schattenspieler:innen». Jede Musikerin wird durch einen Lautsprecher ergänzt, der Klänge aus einer anderen Welt in den Raum trägt. Diese Klänge, geprägt von Verfremdung und Verzerrung, erscheinen wie Geister vergangener Zeiten. Sie zitieren die Geschichte der Filmmusik und erinnern mit ihrer Patina an längst vergangene, manchmal unheimliche Erzählweisen. Die Lautsprecher verknüpfen das gegenwärtige Klangbild mit einer geisterhaften Schicht aus Erinnerungen und musikalischen Zitaten. Die Komposition folgt keiner festen Struktur, sondern entwickelt sich organisch. Zitate von Komponisten wie Gustav Mahler oder Bernard Herrmann sind in die Klangwelt integriert, jedoch nicht als bloße Reproduktionen, sondern als Resonanzen, die die emotionale Tiefe und das Unbewusste des Films in eine neue Dimension überführen. Die Referenzen folgen einer eigenen Logik, die aus der Auseinandersetzung mit der filmischen Ästhetik hervorgeht, und schaffen eine einzigartige Balance zwischen Alt und Neu. Die Verbindung von Film und Musik in Gigers Werk führt zu einer faszinierenden Entkopplung des akustischen und visuellen Erlebens. Während die Musik die visuelle Wahrnehmung des Films ergänzt, unterläuft oder sogar transzendiert, entsteht eine eigenständige narrative und emotionale Kraft. Die Komposition betont die Möglichkeiten, Bild und Klang als unabhängige, doch eng verflochtene Medien zu gestalten. Mit seiner Arbeit schafft Jannik Giger eine synästhetische Verschmelzung von Bild und Ton, die weit über eine traditionelle Filmmusik hinausgeht. Die Interpretation durch das Ensemble Phoenix Basel und Jürg Henneberger verleiht der Aufführung eine außergewöhnliche Intensität und macht diese neue Vertonung von «Nosferatu» zu einem faszinierenden Beispiel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Künsten. (Jannik Giger)

Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach
Dolomitenstraße 41 / 43
Italien, 39034 Toblach (BZ)
Hochpustertal, Dolomiten, Südtirol
UNESCO WELTERBE

https://www.kulturzentrum-toblach.eu/de/kulturprogramm/festival-dolomites

* aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden

«Gassenhauer Trio»

Ensemble Phoenix Basel
spielt
klassisch – romantische
Kammermusik
mit
Klarinette, Violoncello und Klavier
von
Beethoven, Bruch und Brahms

Samstag, 10. Juni 2017, 21.00 Uhr
Bar Carambolage Basel

Toshiko Sakakibara – Klarinette
Martin Jaggi – Violoncello
Jürg Henneberger – Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
«Trio» für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 11 in B-Dur «Gassenhauer» (1797)
–        Allegro con brio
–        Adagio
–        Tema: Pria ch’io l’impegno – Allegretto – Var. I–IX

Max Bruch (1838–1920):
aus «Acht Stücke» für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 83 (1908/09)
1.     Andante (a-Moll)
2.     Allegro con moto (h-Moll)
3.     Andante con moto (cis-Moll)
4.     Allegro agitato (d-Moll)

Johannes Brahms (1833–1897):
«Trio» für Pianoforte, Clarinette und Violoncell op. 114 in a-Moll (1891)
–        Allegro
–        Adagio
–        Andantino grazioso
–        Allegro

Carambolage Bar, Erlenstrasse 34, 4058 Basel

«Phantasien und Fugen»

vierhändige Klaviermusik
mit
Jürg Henneberger und Kirill Zvegintsov, Klavier

Donnerstag, 4. Januar 2018, 21.30 Uhr
in der OFF Bar Basel

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791):
«Fantasie» in f-moll für eine Orgelwalze «Ein Orgelstück für eine Uhr» KV 608 (1791), Bearbeitung für Klavier vierhändig

–        Allegro
–        Andante
–        Tempo primo

Franz Schubert (1797–1828):
«Fantasie» in f-moll für Klavier zu vier Händen op. 103 / D 940 (1828)

–        Allegro molto moderato
–        Largo
–        Allegro vivace
–        Tempo I

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
«Grande Fugue» (tantôt libre, tantôt recherchée) / «Grosse Fuge» B-Dur für Klavier zu vier Händen op. 134 nach der Fuge für Streichquartett aus op. 133 (1826)

–        Overtura: Allegro – meno mosso e moderato
–        Fuga: Allegro – meno mosso e moderato – Allegro molto e con brio

OFF Bar, Offenburgerstrasse 59, 4057 Basel

Ludwig van Beethoven

Kammermusik für Violine, Violoncello und Klavier

Dienstag, 7. Mai 2019, 21.00 Uhr

in der OFF Bar Basel

Friedemann Treiber – Violine
Martin Jaggi – Violoncello
Jürg Henneberger – Klavier

Ludwig van Beethoven (1770-1827):
«Sonate» op. 12 Nr. 3 für Klavier und Violine in Es-Dur (1797/98)
Antonio Salieri gewidmet
–        Allegro con spirito
–        Adagio con molta espressione
–        Rondo: Allegro molto

Ludwig van Beethoven:
«Sonate» op. 102 Nr. 1 für Klavier und Violoncello in C-Dur (1815)
Der Gräfin Marie von Erdődy gewidmet
–        Andante – vivace
–        Adagio – Allegro vivace

Ludwig van Beethoven:
«Trio» op. 70 Nr. 2 für Klavier, Violine und Violoncello in Es-Dur (1809)
Der Gräfin Marie von Erdődy gewidmet
–        Poco sostenuto – Allegro ma non troppo
–        Allegretto
–        Allegretto ma non troppo
–        Finale: Allegro

OFF Bar, Offenburgerstrasse 59, 4057 Basel

Praktisch von Beginn an beschäftigte sich das EPhB immer wieder mit der Musik und der Person von Morton Feldman. Fasziniert von seiner unnachahmlich ureigenen Sprache, ihrer Ausdruckskraft und Tiefe sowie der vielschichtigen Verflochtenheit der Persönlichkeit Morton Feldman mit Künstler:innen und Musiker:innen seiner Zeit, lässt sich seine Musik nicht mehr aus den Programmen des EPhB wegdenken.

Nachdem wir mit «For Philip Guston», «For Christian Wolff» mehrfach ausgedehnte Werke in kleinster Besetzung programmiert haben, widmen wir uns hier Werken mittlerer Besetzung und von – untypisch für Feldman – äusserst kurzer Dauer. Das Programm durchmisst in chronologischer Folge einen Schaffensprozess von fünfundzwanzig Jahren (1951–1976) und richtet damit den «Blick» des Zuhörers auf Veränderungen wie anderseits auch die tiefe Konsistenz und Folgerichtigkeit in Feldmans Werk. Stilistisch deckt es fast alle Stile ab, die Feldman erforscht hat, bis er zu seinem unverwechselbaren Spätstil gefunden hat, der sich mit «Routine Investigations» ankündigt, z. B. graphische Notation («Projections»); Feldmans «pointillistische», post-Webern’sche Phase («Two Pieces», «Piece for 7 Instruments»); unbestimmte lange Dauern der Klänge mit nicht koordiniertem Zusammenspiel («Durations») sowie seine Reverenz an einen grossen Malerfreund («De Kooning»).

Feldmans unverwechselbarer Spätstil kündigt sich mit «Routine Investigations» an.

Jürg Henneberger

«Mouvement»

Ensemble Phoenix Basel & OpusNovus In Concert
Samstag, 6. Oktober 2018, 19.30 Uhr
Conservatory Orchestra Hall
YST Conservatory, Singapore, 117376, Singapore

mit OpusNovus:

Michael Finnissy (*1946):
«Not envious of Rabbits» für Ensemble (2006)

John Cage (1912–1992):
«Six Melodies» für Violine und Keyboard-Instrument (1950)

Claude Vivier (1948–1983):
«Pulau Dewata» für variables Ensemble (1977)

Kaija Saariaho (1952–2023):
«Je Sens Un Deuxième Cœur» für Viola, Violoncello und Klavier (2003)
IV. «Il faut que »
V. «Je sens un deuxième cœur qui bat tout près du mien»

mit dem Ensemble Phoenix Basel & OpusNovus:

Helmut Lachenmann (*1935):
«Mouvement (– vor der Erstarrung)» für Ensemble (1983/84)

Façade – an Entertainment vereint die schillernde Begleitmusik William Waltons mit den surrealistisch-lautmalerischen Gedichten der englischen Poetin Edith Sitwell, vorgetragen von dem renommierten schottischen Stimmkünstler und Schauspieler Graham F. Valentine. Mit ihrem Freiheitsstreben kämpfte Edith Sitwell gegen die viktorianische Doppelmoral und provozierte in den 1920er Jahren so manchen Skandal. Heute bedroht das Erstarken rückschrittlicher Kräfte wiederholt unsere demokratischen Werte. Für frischen Mut sorgen im Programm des Ensemble Phoenix Basel zwei neue, explosive Ensemblewerke der in der Schweiz lebenden Komponistinnen Asia Ahmetjanova und Charlotte Torres, die im April diesen Jahres in der «Gare du Nord» Basel uraufgeführt wurden.

NAXOS Hallenkonzerte

Produktionshaus NAXOS
Waldschmidtstraße 19
60316 Frankfurt am Main

Unveiling the Universe (Entschleierung des Universums)
Kunst- und Wissenschaftsgipfel
70 Jahre Forschung bei CERN

CERN Wissenschaftsportal
Sergio Marchionne Auditorium

15:00
Begrüssung: Charlotte Warakaulle, Direktor für Internationale Kontakte, CERN, und Mónica Bello, Leiterin der CERN-Kunstabteilung.

15:15 – 17:45
Panel I: Grundlagen.
Moderation: Michael Doser.
Vorträge: Alan Bogana, Julius von Bismarck, Roman Keller, Semiconductor (Ruth Jarman und Joe Gerhardt) und Tara Shears.

Panel II: The Unanswered Questions (Die Unbeantworteten Fragen).
Moderation: José-Carlos Mariátegui.
Vorträge: Chloé Delarue, Elisa Storelli, Rosa Barba, Tamara Vázquez-Schröder und Yunchul Kim.

Panel III: Wissenschaftliche Imaginationen.
Moderation: Mónica Bello.
Vorträge: Diego Blas, Chiara Mariotti, Lea Porsager, Patricia Domínguez und Suzanne Treister.

18:00 – 18:45
Besuch der Ausstellung “Exploring the Unknown” mit anwesenden Künstler:innen.

19:00 – 20:40
Gespräche mit Wissenschaftlern. 70 Jahre Forschung «Unveiling the Universe».
Moderation: Clara Nellist.
Vorträge: David Gross, Djuna Croon, Gian Francesco Giudice und Tara Shears.

21:00 – 21:30
«Enigma», ein Werk des Visual-Artists Sigurður Guðjónsson (*1975) und der Komponistin Anna Þorvaldsdóttir (*1977). Die Musik wird live gespielt vom Streichquartett des Ensemble Phoenix Basel.

In Zusammenarbeit mit dem «Musikpodium Zürich»


Gibt es in Bezug auf das Komponieren eine «Swissness»? Statt einer Antwort auf diese Frage konfrontieren wir das Publikum mit drei neuen Werken von Schweizer Komponisten aus drei Generationen, flankiert mit einem Werk unseres viel zu früh verstorbenen Freundes Erik Oña.

Der Jüngste – Sebastian J. Meyer – ist gleich seinem Lehrer Erik Oña auf ständiger Suche nach dem besten Klang mit reduziertem Material, sei es, was die Wahl der Instrumente oder der kompositorischen Mittel betrifft.
Der Trompeter, Komponist und Improvisator André Meier – ebenfalls ehemaliger Kompositionsstudent von Erik Oña – beschäftigt sich in seiner kompositorischen Arbeit vorwiegend mit algorithmischen oder maschinellen Prozessen, Sonifikationen, modularen und offenen Formen.

Der Pianist und Komponist Jean-Jacques Dünki ist auch als Musikwissenschaftler tätig, beschäftigt sich sowohl mit historischer Aufführungspraxis (Hammerklavier und Clavichord) als auch mit den Komponisten der Neuen Wiener Schule und der zeitgenössischen Musik. Als Komponist ist er weitgehend Autodidakt. Er schreibt für den französischen Cellisten Pierre Strauch und uns ein «Concertino» für Violoncello und Ensemble.

Zwei Konzerte in Grossbritannien mit dem Ensemble Phoenix Basel:

24.03.2013: beim London Ear Festival im Southbank Centre, London

25.03.2013: im St. Johns College (promoted by Kettles Yard), Cambridge

Konzert beim Festival „Imago Dei“ mit dem Ensemble Phoenix Basel

29.03.2013: Minoritenkirche, Krems an der Donau

Konzert des Ensemble Phoenix Basel

Freitag, 13. September 2013, 19.00 Uhr

Klangspuren & Sprachsalz

Neue Musik und romantisches Erbe

Musik und Dichtung / Lesungen und Konzerte

Parkhotel und Kurhaus, Hall i. T.

«Sound Plasma» ist ein Festival, das sich für eine andere Sichtweise der Intonation einsetzt.

Die 6. Ausgabe des Festivals experimentiert mit neuen Intonationsideen, die von der elektroakustischen Musik geprägt sind. Zum ersten Mal findet in Tallinn und Berlin ein besonderer Fokus auf Musik aus der Schweiz statt.

Zu den Höhepunkten des Festivals gehört die estnische Debut des Ensemble Phoenix Basel.

Das Festival streckt seine Fühler nach der Schweizer Musikszene nicht nur wegen der tadellosen Qualität sowohl ihrer Musik als auch ihrer Aufführungen aus, sondern auch wegen der fördernden Wirkung der Schweizer Musikkultur auf die Entwicklung besonderer und kompromisslos einzigartiger musikalischer Stimmen.

Nach der Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten etablierterer Ästhetiken, die auf unterschiedlichen Intonationssystemen beruhen, wagt die aktuelle Ausgabe des Festivals eine ganz neue Sichtweise, die auf den elektronischen und manchmal auch kitschigen Klängen der 70er und 80er Jahre basiert.

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der «Binären Uhr» im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert.


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Konzert im Rahmen des Festivals «30 ans de l’OCG»

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der «Binären Uhr» im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker:innen des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition «patterns» im «bâtimement des forces motrices» in Genf wiederholt.


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Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der «Binären Uhr» im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker:innen des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition «patterns» im Sitterwerk St. Gallen anlässlich Möslangs 70. Geburtstags wiederholt.


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Der türkische Ausnahmemusiker Aydın Esen lässt sich kaum in eine Kategorie einordnen. Seine Haupteinflüsse liegen im Jazz und in der klassischen Komposition des 20. Jahrhunderts, deren Grenzen er als virtuoser Pianist und Komponist scheinbar mühelos überschreitet. Aydın Esen wurde in Istanbul geboren, wo er im frühesten Kindesalter Klavier zu spielen begann. In Boston absolvierte er ein Studium am Berklee College of Music, welches üblicherweise vier Jahre dauert, in einem Jahr. Nach einer Session Aydins mit Pat Metheny in Boston fragte dieser nur: «How did you get so good?» Seit seiner Studienzeit hat er zahlreiche Preise für seine Kompositionen sowie als Pianist (u.a. 1989 den Ersten Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs von Paris) erhalten. Bei «Big Basel» wird EPhB ein neues Werk von Aydın Esen uraufführen, das im Auftrag des Festivals „Big Basel“ für diese Formation komponiert wurde.

«Aydın Esen betreibt seit Jahrzehnten sein eigenes Laboratorium und treibt seine Musik voran, abseits aller Trends. Als Zuhörer schenkt er uns so etwas wie Funde aus dieser anderen Welt, die er mit seinem hoch entwickelten musikalischen Bewusstsein in der Lage ist zu bereisen.» (Wolfgang Muthspiel)

Der aus St. Gallen stammende Komponist und Improvisator Norbert Möslang hat zur Einweihung der «Binären Uhr» im Auftrag des Hochbauamts St. Gallen ein neues Werk komponiert, das im April 2018 in der Bahnhofshalle St. Gallen ihre Uraufführung durch Musiker des Ensemble Phoenix Basel erlebt hat. Nun wird die Komposition «patterns» im Kunstmuseum im Rahmen der «Nachtschicht#18» wiederholt.


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Im Rahmen der Ausstellung «Everything we do is music» veranstaltet das Kunsthaus Pasquart zwei Konzerte mit dem EPhB, die den Einfluss klassischer Indischer Musik auf die mitteleuropäische und amerikanische zeitgenössische Musik beleuchten.

Albert Roussel war neben Maurice Delage einer der ersten abendländischen Komponisten, die eine Studienreise nach Indien unternahmen. 1909 unternahm er mit seiner Ehefrau eine lange Reise nach Indien und Südostasien. Die Eindrücke der indischen Musik spiegeln sich v.a. in der Metrik des dritten Satzes «Krishna» aus dem Zyklus «Joueurs de flûte» wider, der spielerisch mit unregelmässigen Takten umgeht.

Olivier Messiaens Hauptinspirationsquellen waren neben den Vogelgesängen die indischen Rhythmen, die in «Cantéyodjayâ», einem seiner ersten Klavierwerke, sowie in der fast gleichzeitig entstandenen «Turangalîla-Sinfonie» eine Hauptrolle spielen.

Die drei Klavierstücke «Elis» des Schweizer Komponisten Heinz Holliger sind inspiriert von Gedichtzeilen des österreichischen Dichters Georg Trakl. Die Todessehnsucht, die aus den Gedichten spricht, illustriert Holliger mit indischen Rhythmen, die z. T. auch Olivier Messiaen in seiner Musik verwendet.

Giacinto Scelsis Werk ist schon seit frühen Jahren von östlichen Philosophien beeinflusst, insbesondere aus Indien. In seinen «Quattro Illustrazioni» beschreibt er vier «Avatare» des indischen Gottes Vishnu. Das Duo für Flöte und Klarinette aus dem Jahre 1966 mit dem Titel «Ko-Lho» beruht auf Scelsis «Philosophie» des Einzeltons als Grundlage musikalisch beschworener Transzendenz. Die Beschäftigung mit aussereuropäischer Musik führte Scelsi weg von der «abendländischen» Polyphonie hin zu einer einstimmigen Musik, angereichert mit Mikrointervallen und Mehrklängen.

Der amerikanische Komponist John Cage liess sich in seinen «Sonatas and Interludes» (1946-48), dem «String Quartet» (1950) und den «Six Melodies» (1950) von der indischen Ästhetik «Rasa» inspirieren. Der Begriff «Rasa» bezeichnet den nicht in Worte zu fassenden mentalen Zustand der Freude und Erfüllung, der sich beim Genuss eines gelungenen Kunstwerkes beim Betrachter einstellt.

Die nordindische Sarangi inspirierte den Schweizer Komponisten Martin Jaggi zu «Kôrd III». Traditionell werden die Tonhöhen auf diesem Instrument mit dem Nagelbett eines Fingers der linken Hand produziert; der Finger wird also zwischen Saite und Griffbrett gelegt und von unten gegen die Saite gedrückt. Der Klang der Resonanz-Saiten der Sarangi kommt bei Jaggi aus dem Klavier: Er lässt E-Bows auf die Saiten legen, welche einen ganz aussergewöhnlichen, eher technisch kühlen, oder in Jaggis Worten, einen «magischen Klang» erzeugen.

Die treibenden Rhythmen der schnellen Teile sind Sprachrhythmen, abgeleitet von wissenschaftlichen Lexikoneinträgen über die Sarangi.

Jürg Henneberger

Gerald Bennett, Mitbegründer des Schweizerischen Zentrums für Computermusik (SZCM) und des Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST), feiert dieses Jahr seinen 75. Geburtstag. Das SZCM veranstaltet aus diesem Anlass in Zusammenarbeit mit dem ICST ein Portraitkonzert, an dem eine Auswahl aus seinem instrumentalen und elektroakustischen Werk erklingt.


Konzept und Organisation:
Lucas Bennett, Sabine Egli, Peter Färber, Johannes Schütt und Judith Winterhager

Bereits seit vielen Jahren ist das EPhB in Polen bei verschiedensten Festivals ein regelmässiger Gast. So trat das Ensemble mehrfach im Festival «Warschauer Herbst» (2006 und 2013), am «Laboratorium Festival» (2005) umd in Kattowice (2004) auf. Im Sommer 2016 führte eine weitere Polenreise als Ensemble in Residence nach Sokolowsko zu einem kleinen, aber sehr bedeutsamen Festival mit grosser internationaler Ausstrahlung.

Die Einladung für zwei Konzerte nach Danzig zu den Tagen für Neue Musik  sind ein weiterer Beweis dafür, dass das Ensemble Phoenix Basel in einem Land im Spannungsfeld zwischen grosser Musiktradition und ernsthaftem Hunger nach Neuem in politisch komplexen Zeiten eine wichtige Vermittlerrolle inne hat.

Die beschränkten Mittel des Festivals liessen uns Abstand nehmen von einem grossbesetzten Projekt. Dennoch entspringen die beiden Programme künstlerischer Ideen, die das EPhB besonders machen.

Zum einen kommt ein bestehendes, Werk mit dem Titel „Portfolio – land – material – people“ zur Wiederaufführung. In einem langjähringen Kompositionsprozess haben sich der Flötist Christoph Bösch und der Live-Elektroniker Thomas Peter mit Kompositions-Zellen und sogennanten Vignetten der Schweizer Komponistin Katharina Rosenberger auseinandergesetzt und deren Material mit ihr gemeinsam erweitert. Ausgehend von Bildern dreier Schweizer Fotografen (Robert Frank, Christian Lichtenberg und Sarah Girard) war die Grundidee für dieses Projekt die interdisziplinäre Auseinandersetzung zwischen Bild und Ton, bzw. die Beschäftigung mit dem Verhältnis zwischen dem prädominanten Gesichtssinn und dem (zu) oft in interdisziplinären Projekten unter diesem „leidenden“ Hörsinn.

Zum andern erklingen drei neue Kompositionen von Christoph Bösch, Aleksander Gabryś und Thomas Peter, die eigens für das Festival in Danzig entstanden sind.

Die Doppelfunktion der drei seit vielen Jahren gemeinsam arbeitenden Musiker als Komponisten und Interpreten der eigenen Werke verspricht einen besonderen Reiz.